Sexuelle Gewalt

Dazu zählen exhibitionistische Handlungen (z.B. Entblößung des Täters) sowie jegliche sexuelle Handlung mit und ohne Körperkontakt.

Pro Kindergartengruppe und Schulklasse sind im Durchschnitt ein bis zwei Kinder von sexueller Gewalt betroffen. Oft sprechen die Kinder über ihre traumatischen Erlebnisse, werden aber nicht gehört. Denn weite Teile der Gesellschaft sind für das Thema nicht sensibilisiert und ErzieherInnen, LehrerInnen PolizistInnen, SozialarbeiterInnen und RichterInnen dazu oft nur mangelhaft geschult.

Die Dunkelziffer weicht auch bei sexueller Gewalt weit von den tatsächlich angezeigten Fällen ab. Durch die entsetzten Reaktionen, die besonders bei sexueller Gewalt gegen Kinder zu sehen sind, wird deutlich, dass sexuelle Gewalt etwas ist, was unsere Grundfesten berührt, die Ordnung quasi, in der wir leben, auf den Kopf stellt. Und das macht es sowohl für Betroffene als auch für Menschen, die Zeugen sind, oft unsagbar.

Auch Angst spielt dabei eine große Rolle. Die Angst, sich schuldig zu machen, die Angst, selbst unter Verdacht zu geraten, aber auch die durchaus berechtigte Angst, dass ein geäußerter Verdacht, der sich im Nachhinein als falsch herausstellt, großen Schaden anrichtet. Denn eine solche Verdachtsäußerung, die sich als falsch herausstellt, wird den sozialen Tod des Täters/der Täterin nach sich ziehen. Sogar in Institutionen, wie z. B. in Kindergärten wird zu selten darüber gesprochen, welche Grenzen es gibt, was man machen kann und nicht. Es braucht eine Kultur der Offenheit zu diesen Themen, die mit bisherigen Tabus bricht, in der man darüber sprechen darf und muss! Sexuelle Gewalt an Kindern ist weitverbreitet, sie kurzfristig völlig abzustellen, wird nicht möglich sein. Aus diesem Grund sind Präventionsmaßnahmen wichtig.

© 2020 Stiftung Gewaltfreie Kindheit

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