Folgen von Gewalt

Gewalt gegen Kinder ruft schwerste Schäden an Körper, Geist und Seele hervor. Kinder verlieren ihr Urvertrauen, ihr Selbstwert wird dauerhaft reduziert, es können körperliche Schäden – bis hin zum Tod eintreten.

Alle Arten von Traumata (=Verletzungen) verursachen Konzentrationsschwäche, Depressionen, Aggression und Bindungsunsicherheit. Kinder speichern Bilder der Misshandelnden ab, wo sie zu unbewussten Motiven, Werten und Normen werden, die oft lebenslang weiterwirken.

Als Erwachsene entwickeln sie vielfach selbstschädigendes Verhalten wie Drogensucht, sind häufig nicht voll erwerbsfähig und laufen Gefahr, ihre eigenen Kinder zu misshandeln. Es gibt zwar kein „Gewalt-Gen“, doch es ist wissenschaftlich erwiesen, dass unbearbeitete Traumatisierungen von einer Generation an die nächste weitergereicht werden. Die Folgekosten (medizinische und therapeutische Behandlung, Transferleistungen, Kriminalität) tragen die Steuerzahler und die Beitragszahler der Krankenkassen. Amerikanische Studien beziffern solche Kosten für die USA auf zweistellige Milliardensummen pro Jahr.

Alle Arten von Gewalt haben lebenslange sichtbare und unsichtbare Folgen. Manche Kinder reagieren mit aggressivem Verhalten, nach außen gerichtetem aggressivem Verhalten, sie schlagen, provozieren oder schreien. Sie fallen auf, und es entsteht Handlungsbedarf und immerhin lassen die Reaktionen dieser Kinder ihr Umfeld aufhorchen.

Bei jenen Kindern, die ihr Leid nach innen tragen, sieht es anders aus. Sie fallen nicht auf – ganz im Gegenteil - es sind oft die besonders braven, die überangepassten. Gerade ihr Leidensdruck ist enorm und selbstzerstörend. Diese Kinder brechen oft erst als Erwachsene zusammen – oder warum glauben Sie, sind so viele Menschen psychisch am Ende?

Wenn ganz junge Kinder, damit meine ich Kinder bis sechs Jahre misshandelt werden haben sie oft einen leeren oder gefrorenen Blick. Manchmal haben sie „typische“ Verletzungen, wenn es um körperliche und sexuelle Gewalt handelt. Oft zeigen sie wenig bis keine Reaktionen bei der Trennung von ihren Eltern und haben in allen Bereichen Entwicklungsrückstände. Ess-, Sprech- und Schlafstörungen sind „normal“ bei Kindern die Gewalt erfahren und sie zeigen generell ein ängstliches Verhalten und depressive Symptome.

Bei Schulkindern zeigt sich ein Ähnliches Bild, auch hier sind Entwicklungsrückstände, Schlafstörungen, Ängstlichkeit, depressive Symptome, Davonlaufen, aggressives Verhalten, Unfallneigung, nicht altersgemäßes Verhalten, Suizidalität, soziale Isolation, Schulschwierigkeiten, Delinquenz, Bettnässen und psychosomatische Beschwerden immer ein Hinweis auf massive Probleme, die ein Kind hat und die es nicht alleine bewältigen kann.

Während der Adoleszenz, also während des Heranwachsens sind sämtliche Essstörungen, Hinweise auf Probleme, die durch psychische, physische und/oder sexuelle Gewalt in der Kindheit entstanden sind.

Insgesamt kann man sagen, dass Schlafstörungen, Ängstlichkeit, Depression, aggressives Verhalten, Selbstentwertung, Suizidalität, psychosomatische Beschwerden, sexuelle Störungen, Suchtverhalten, Probleme im Sozialverhalten und Persönlichkeitsstörungen zu den Alarmzeichen gehören und häufig Resultate von Misshandlungserfahrungen sind, die schon während der ganz jungen Jahre stattgefunden haben. Gewalterfahrungen führen dazu, dass ein Mensch das Gefühl hat, er muss immer ums Überleben kämpfen – ähnlich wie ein Ertrinkender.

© 2020 Stiftung Gewaltfreie Kindheit

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